Ich glaube, dass die persönliche Einstellung zu Wartezeiten auch viel mit dem eigenen Wertesystem und der jeweiligen Lebenssituation zu tun hat.
Als Kind oder Jugendlicher hat man oft mehr Zeit. Warten gehört dann eher dazu und wird leichter akzeptiert. Als Erwachsener rechnen viele Menschen anders: Zeit ist kostbar. Ein gemeinsamer Tag mit den besten Freunden aus der Schulzeit ist selten geworden. Ein Nachmittag mit der Familie im Park hat für jeden einen anderen Stellenwert. Deshalb finde ich es plausibel und nachvollziehbar, wenn manche Menschen keine 60 Minuten anstehen möchten.
Der Vergleich mit der Supermarktkasse hinkt natürlich etwas. Niemand würde 60 Minuten warten, um einen Becher Joghurt zu kaufen. Gleichzeitig zeigt er aber: Es gibt für jeden eine persönliche Grenze, ab der sich der Aufwand nicht mehr gut anfühlt. Diese Grenze kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein.
Das wissen natürlich auch die Anbieter. Bei großen Attraktionen wie dem erwähnen Empire State Building oder Schloss Neuschwanstein, Madame Tussauds, selbst im Miniatur Wunderland sind Zeitfenster und vorab gebuchte Tickets längst Standard. Dort wartet niemand unnötig, sondern über Zeitslots kann man den Besuch besser planen und die gemeinsame Zeit tatsächlich genießen. Vor allem verkaufen die Anbieter aber nur so viele Tickets, dass ein entspannter Besuch der Attraktion gewährleistet ist. Und genau an dem Punkt unterscheidet sich deren Konzept vom PHL meines Erachtens.