Weil da aber auch von deiner Seite jede Menge Dinge miteinander vermischt werden. Die Macks sind ja noch wesentlicher Bestandteil ihres Unternehmens, arbeiten dafür und betreiben es als ihr Lebenswerk. Ich glaube die wenigsten Linken möchten Leute enteignen, die selbst ein Unternehmen betreiben und in dem Sinne selbst Einkommen generieren. Der Europa-Park zahlt Steuern, alle Mitarbeiter im Unternehmen zahlen Steuern, usw.
Es geht um das Privatvermögen von Menschen, die selbst keiner Arbeit nachgehen und die ausschließlich ihr Geld vermehren. Dort sitzt die Ungerechtigkeit. Das sind schätzungsweise unter 1% der Gesellschaft. Diese Leute sind so reich, dass man die Familie Mack nur müde belächeln würde.
Und was auch immer weggelassen wird. Diese Abschöpfungen ganz oben haben wir in kapitalistischen Gesellschaften grundsätzlich. Es ist aber eben die Frage, ob die Gesellschaft daran teilhaben sollte oder nicht. Wenn man also von Vermögenden etwas wegnimmt, dann ist gleichzeitig natürlich auch die logische Konsequenz, dass Unternehmenssteuern und Steuern von Angestellten sinken sollten. Dass Arbeit sich wieder lohnt erreiche ich ja nur, wenn ich an anderer Stelle besteuere und die Mehrheit der Menschen entlaste. Bei Sozialabgaben sieht es ähnlich aus. Jeder Arbeitnehmer und Arbeitgeber muss Sozialleistungen zahlen, für reiche Menschen gibt es einen Deckel. Die Mehrheit der Gesellschaft zahlt also auf das volle Einkommen Sozialabgaben, die reichen nicht.
Also wenn, dann muss man auch auf beiden Seiten differenzieren. Es ist ein komplexes System und es gibt hier kein schwarz und weiß. Enteignung ist nicht gleich Vergesellschaftung und die faktische Ausgestaltung muss diskutiert werden, damit auch klar ist, was passieren soll. Tut man das nicht, dann führt man nur eine Scheindebatte darum, ob jetzt beispielsweise ein EP Vermögenssteuern zahlen soll.