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Die Sache mit der Erweiterung...

Empfohlene Antworten

vor 8 Stunden, flaffstar hat gesagt:

Übrigens hat laut den Organisatoren (Netzwerk NSG Ententeich, Cleanup Vorgebirge) das Phantasialand diesem Termin zugesagt. Damit ist diese Veranstaltung plötzlich super interessant geworden.

Absolut. Wenn Hr. Kenter dabei ist, bin ich auch dabei. Die jugendakademie Walberberg ist nur 2km Luftlinie von Phl entfernt https://maps.app.goo.gl/aL2m1kQMmAGaBBp3A

https://www.instagram.com/p/DZaBBJzDiUC/

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  • Es kommt wieder einiges an Bewegung in die Sache!   https://www.instagram.com/p/CXg9bzeLIq5/   Beschluss: https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD17-160

  • So manch einer hier versucht aber auch echt hart, die Freizeitparkszene so richtig schlecht darzustellen. Dann noch Leuten indirekt zu sagen, dass sie doch bitte die Fresse halten sollen. Mindestens g

  • Jetzt ist alles klar! 😜   https://ksta.de/713440

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Am 18.6.2026 um 13:23, flaffstar hat gesagt:

Übrigens hat laut den Organisatoren (Netzwerk NSG Ententeich, Cleanup Vorgebirge) das Phantasialand diesem Termin zugesagt. Damit ist diese Veranstaltung plötzlich super interessant geworden.

Bereits am 9.7. soll der Planungsausschuss entscheiden, ob ein Bauleitverfahren eingeleitet werden soll. Es geht also in die heiße Phase.

Gut, machst du dann den Livestream klar? 😁

  • 2 Wochen später...

@Greiss92 Danke dir für deine Antwort und das noch als ersten Beitrag! Fühle mich geehrt 🥰

Für mich bleibt eigentliche Frage nicht nur, ob das Phantasialand zusätzliche Fläche bekommt, sondern ob die Erweiterung ohne ein neues Verkehrs- und Straßenkonzept überhaupt sinnvoll gedacht werden kann, bzw. Grundlage für die Genehmigung ist.

Ich hatte damals auch nochmal ein bisschen recherchiert und bin auf folgende Infos zu den Themen Baurecht, Verwaltungsrecht und Straßenverlegungen gestoßen:

  • Öffentliche Straßen können aufgelöst ("eingezogen") werden, wenn sie ihre Verkehrsbedeutung verlieren und die entstandene Fläche kann privat veräußert und bebaut werden. Klingt erstmal logisch, kenn ich aus der Praxis aber kaum Beispiele für. Eher verrotten alte Straßen irgendwo, als dass die Flache umgewidmet wird (z.B: Alte Brühler Landstraße Köln-Meschenich oder die alte A555).

  • Jetzt beginnt der Deep Dive: Im Flächennutzungsplan (der vorgelagert zum Bebauungsplan erstellt wird und im Prinzip ein "grober Bebauungsplan" ist) sind meinem Verständnis nach Ortsstraßen (d.h. Straßen die innerhalb einer Gemeinde verlaufen) in der Regel keine eigenständig markierten bzw. geschützten Flächen. Das ist bei Autobahnen, Bundesstraßen und überregionalen Verbindungsstraßen anders. Das heißt das Verkehrskonzept bzw. die Flächenerschließung erfolgt getrennt vom FNP. Aktuell arbeitet das Phantasialand aber noch an einer Änderung des FNP und muss deshalb kein Verkehrskonzept vorlegen (mehr dazu unten). Die Pläne, die öffentlich einsehbar sind, und hier als Screenshots auch schon oft geteilt wurden sind der Flächennutzungsplan, NICHT der Bebauungsplan, der nicht öffentlich ist.

  • Die relevanten Fragen, die aktuell für eine Änderung des FNPs geklärt werden, sind, ob das NSG nach Rechts- und Verfahrensgrundlagen überhaupt verkauft werden darf (setzt Zustimmung von Land und Kommune voraus) und ob der Verkauf im Einklang mit Naturschutzvorgaben passiert. Da steht europaweit der Naturschutz vor dem Baurecht. Das heißt sehr salopp ausgedrückt: Wenn du als Privatunternehmen / Privatperson ein Stück Natur erwerben möchtest um es zu bebauen, wird erst geschaut ob der Eisvogel, der da vorher gewohnt hat auch ein anderes Zuhause bekommt, bevor sich überhaupt einer dafür interessiert, was du da überhaupt hinbauen willst.

  • Wo sich die Katze in den Schwanz beißt ist natürlich, dass die Zustimmung der Kommune zu einer Änderung des FNP maßgeblich von Konzepten abhängig ist, die erst nachgelagert im Bebauungsplan final geregelt werden. Deshalb wird im Falle des Phantasialands ein Parallelverfahren verfolgt, wo man beide Sachen gleichzeitig angeht und genehmigen will - obwohl rein verfahrenstechnisch die Änderung des FNP immer noch vorrangig behandelt werden muss.
    Die politische Diskussion spielt sich auf Höhe des FNP ab - darf ein Naturschutzgebiet erstmal bebaut werden, wird es defacto abgeschafft und die Schlacht (vorbehaltlich des Ausgangs der zu erwartenden Einspruchsverfahren) ist erstmal geschlagen. Obwohl das Phantasialand dann immer noch kein Baurecht hat. Das erhält es erst mit der finalen Aufstellung des Bebauungsplans, wo dann parzellengenau Grundstücke / Zufahrten / Wege etc geregelt sind. Schlimmer noch: Mit der Änderung des FNP werden allerdings auch die Behörden nicht dazu verpflichtet, die so bestimmte "bauliche Veränderung" herbeizuführen; die Kommune kann nicht gezwungen werden den Bebauungsplan nach geändertem FNP auch umzusetzen, sie kann das Vorhaben zur Änderung des Bebauungsplans auch einfrieren. Daraus ergeben sich politische Spielräume für die Ausbaugegner auch nach Änderung des FNP. Denkt euch an dieser Stelle einen Rant über die fehlende Verbindlichkeit in unserer Politik und Gesetze, die Anreize für Stillstand anstatt für Fortschritt setzen.

  • So jetzt zum Thema möglicher Wegfall / Bebauung Berggeiststr und Lenterbachweg:
    Wie in meinem vorherigen Post beschrieben, hätte der Wegfall der Berggeiststraße sowohl für das Phantasialand als auch für die Gemeinde Brühl richtig Potenzial und muss eigentlich zwingend Teil einer Lösung sein, wenn sowohl Lärm- als auch Verkehrstechnisch die Park-Infrastruktur von der kommunalen Infrastruktur nachhaltig getrennt werden soll. Der Park wird nicht länger eingeschnürt und kann Anfahrten nach seinem Gusto regeln, die Anwohner oder Pendler müssen sich in den Rush Hours nicht in den Touristenverkehr stellen / es fährt niemand mehr "Abkürzungen" durch Walberberg.

  • Der Straßenrechtliche / Baurechtliche Hebel, den ich bei einer Verlegung der Berggeiststr und dem Lenterbachweg als äußerst relevant bewerte ist das Argument der "verlorenen Verkehrsbedeutung". De facto ist der Lenterbachweg schon heute durch Abpollerung des Wohngebiets eine zu 100% rein privatwirtschaftlich genutzte Zufahrtsstraße für die Parkplätze. Selbiges gilt in abgespeckter Form für die Berggeiststraße die zu 95% durch Touristen oder Angehörige des Phantasialands benutzt wird. In der Theorie hat diese Straße allerdings noch Restbedeutung als Verbindungsstraße, da sie die Ortschaften Badorf und Walberberg verbindet und wäre damit besonders geschützt; auf der anderen Seite hat sie diese Wirkung in der Praxis auch schon lange verloren, auch hier wurde eine Abpollerung schon oft besprochen und teils seitens der Anwohner gewünscht.

  • Heißt im Staus Quo: Im Endeffekt kommt die klamme Stadt Brühl für die Wartung und Instandsetzung von Straßen auf, die mit großem Abstand rein privatwirtschaftlich genutzt werden - da entsteht für mich Verhandlungsspielraum, den es auch rechtlich mit dem Abschluss eines Städtebaulichen Vertrags gäbe. Ein möglicher Deal könnte so aussehen, dass das PHL neue Ersatzstraßen um die (neue) Parkfläche baut und zukünftig für die Wartung aufkommt, die Kommune aber den neuen Autobahnzubringer. Ich empfände das als sehr saubere Lösung.

    Die offenen Knackpunkte:

  • Im Parallelverfahren versucht man, wie bereits gesagt, alles in einem Rutsch zu genehmigen. D.h. alle Gutachten etc, die ich brauche um den Bebauungsplan genehmigt zu bekommen, muss ich schon mitbringen bevor überhaupt klar ist, ob ich die Baufläche gemäß FNP überhaupt bekomme. Bedeutet natürlich ein hohes Risiko für den Antragssteller, im Bestfall aber einen beschleunigten Entscheidungsprozess.

  • Vor diesem Hintergrund macht es für mich überhaupt keinen Sinn, dass der Bürgermeister behauptet, dass das Phantasialand gar nicht genau gesagt hat, was sie auf die NSG-Fläche bauen wollen, weil sie das verfahrenstechnisch im Parallelverfahren müssen. Ich finde es schwierig zu deuten, was das wohl heißen mag.

  • Die Erschließung der NSG Baufläche geht meines Erachtens nur mit einer Überarbeitung des Straßen- und Verkehrskonzepts. Selbst in den uralten Erweiterungsplänen führt ein neuer Zubringer durch das jetzige NSG, auf den selben Plänen wurden aber auch neue Parkflächen entlang der Phantasialandstraße eingeplant, die es in keinem Fall geben wird. Auch hier fragt sich, wie das zusätzliche Verkehrs- und Parkvolumen aufgefangen soll, ohne Neubau von Parkflächen und Zugangsstraßen oder zumindest ohne Vorlage eines neuberechneten Verkehrskonzeptes auf Basis der alten Infrastruktur.

    All das SCHREIT eigentlich nach einer großen Lösung, die auch eine Straßenverlegung beinhaltet, nur dass es bis jetzt 0,0% Anzeichen dafür gibt.
    Natürlich ließe sich auch ein neuer, riesiger Parkplatz auf dem alten P1 ohne Straßenverlegung bauen, was aber bedeuten würde, dass Ausfahrt, Phantasialandstraße und Berggeiststraße als einspurige Straßen und einzige Parkzufahrt voraussichtlich das doppelte Verkehrsaufkommen bewältigen müssten, was ich als mutig empfinde.

    Natürlich ist das ein klassischer Fall von "da wünscht sich jemand etwas so sehr, dass er sich die Argumente zurecht konstruiert", aber ganz ehrlich, ich wundere mich rückblickend doch sehr stark, dass die ganze Erweiterungs- und "Einschnürungs"thematik jahrzehntelang besprochen wurde OHNE, dass die Straßen, die die das Parkgelände einschnüren, jemals stark thematisiert worden wären, dabei ist das absolut unüblich, dass öffentliche Straßen durch einen Freizeitpark führen. Das gibt's selbst bei Stadtparks und Tivolis nicht. Und in Brühl soll sich die Parkfläche fast verdoppeln, aber die teilenden Straßen in der Mitte bleiben bestehen?

    Anyways...Thanks for coming to my TED talk.

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