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Die Sache mit der Erweiterung...

Empfohlene Antworten

54 minutes ago, TheDarkKyll said:

Die Frage, die ich mir persönlich stelle, ist eine solche Entscheidung vom Umfang her nicht eher sogar auf Länderebene zu treffen? Also ist in dem Fall nicht die Entscheidung des entsprechenden Bundeslandes weisungsgebunden?

Da es es sich um ein überregionales Ausflugsziel handelt mit 2 Millionen Besuchern ist da auch bei einer Erweiterung ein entsprechendes über die Region hinaus vorhandenes Interesse seitens der Besucher vorhanden zwecks Erweiterung. Diesen 2 Millionen Besuchern stehen eben auch "nur" 45.000 Brühler Bürger gegenüber, das entspricht 2,25 Prozent grob. Es ist eine schwierige Kiste, je nachdem, von welcher Sparte man es aus betrachtet. Wäre hier in dem Fall eine Entscheidung auf Landesebene nicht ratsamer, da das öffentliche Interesse sich ja nicht nur auf Brühl bezieht? 🤔

Von dem steigenden Verkehr sind ja auch nicht alle 45.000 Anwohner von Brühl betroffen, genau so wenig von der Lärmbelästigung. Zumal die Erweiterung der Fläche ja eher Möglichkeiten schaffen würde, den Verkehr zu entzerren. Beim Status Quo sehe ich da keine große Möglichkeit, weil es keinen Platz dafür gibt, ergo schießen sich die Phantasialandgegner, die wegen des Verkehrs derzeit dagegen protestieren eigentlich nur selbst ins eigene Bein auf Dauer. Aber ich denke, ab einem gewissen Level der Indoktrination ist man einfach nur noch dagegen. 😅

Nein, das Planungsrecht setzt fest, wo die Kompetenzen liegen - und Bebauungspläne sind Kommunalkompetenz.

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vor 2 Stunden, Sebdo hat gesagt:

Also Bürger befragen ist nicht immer die sinnvolle Idee.

In der Theorie ist das eigentlich auch der richtige Ansatz, in der Praxis zeigt sich aber, dass das in erster Linie oft ein Mobilisierungswettbewerb ist, bei dem das Netzwerk Ententeich einfach auf bestehende Organisationsstrukturen zurückgreifen kann, während der Widerstand gegen den Widerstand das eben nicht kann. Ich glaube zwar auch, dass der Otto-Normal-Brühler im Zweifel eher aufgeschlossen gegenüber einer Erweiterung ist, aber ob ihm das wichtig genug ist um am Tag X eine Stimme abzugeben...

vor 20 Minuten, Parker hat gesagt:

Nein, das Planungsrecht setzt fest, wo die Kompetenzen liegen - und Bebauungspläne sind Kommunalkompetenz.

Und doch beruht ein nicht unwesentlicher Teil der heutigen Politikverdrossenheit eben darauf, dass es immer wieder Beispiele gibt, wo mit politischem Willen dann doch Dinge möglich gemacht wurden, wo vorher auf das Verfahren und Gesetze verwiesen wurde. Es gibt beschleunigte Genehmigungsverfahren und Ausnahmegenehmigungen, wo eben Dinge wie Öffentlichkeitsbeiteiligung zurückgefahren werden, weil ein öffentliches Interesse vorausgesetzt wird. Daher mein Tesla-Beispiel, was quasi das andere Extrem zum Fall in Brühl darstellt und ich im Übrigen auch nicht gut finde - aber es zeigt was möglich wäre. Auf die Diskussion ob die Ansiedlung eines internationalen Großkonzerns oder die Expansion eines Lokalunternehmens mit überregionaler Strahlkraft mehr im öffentlichen Interesse steht, habe ich richtig Bock. Zumal der US-Großkonzern noch Subventionen erhält, während der Lokalunternehmer alle Auflagen alleine tragen darf.

vor 1 Stunde, TheDarkKyll hat gesagt:

Von dem steigenden Verkehr sind ja auch nicht alle 45.000 Anwohner von Brühl betroffen, genau so wenig von der Lärmbelästigung. Zumal die Erweiterung der Fläche ja eher Möglichkeiten schaffen würde, den Verkehr zu entzerren.


Kann sein, dass das von mir sehr billig argumentiert ist, aber dieses Verkehrsthema als Stadtthema wird mir auch zu heiß gekocht. Wenn da jeder Brühler so tut als würde er dadurch benachteiligt, fang ich als Kölner an die Frage zu stellen ob der Durchschnitts-Brühler nicht öfter im Jahr in Köln unterwegs ist und "meine" Straßen, Parkflächen, Geschäfte, Veranstaltungsorte "verstopft" als ich andersherum als Tourist in Brühl. Ich hab schon Verständnis dafür, den Status Quo wahren zu wollen, aber dieses super territoriale Anspruchsdenken bringt einfach keinen weiter. Sie leben halt seit 60 Jahren am zweitgrößten Freizeitpark-Standort Deutschlands und ich in der viertgrößten Stadt Deutschlands. Deal with it. Es ist einfach Fakt , dass ab dem Zeitpunkt, wo sich Leute von außerhalb in den Live-Stream zu einer Brühler Ratssitzung einklinken, es nicht mehr alleine ein reine eine Brühler Interessensentscheidung ist.
Das Verkehrsproblem würde mit einer Änderung des Bebauungsplan auch eher gelöst als durchs Aussitzen, aber hey, am Ende soll sich halt die Welt verändern, nur bei einem selbst soll alles gleich bleiben.

Genau diese furchtbare Not In My BackYard Einstellung... Irgendwas ist immer in deinem Hinterhof los. Statt alles zu verhindern und die Gesellschaft zu lähmen sollte man doch eher daran arbeiten, Dinge so möglich zu machen, dass sie für alle Beteiligten einen Mehrwert bringen. Auch für die Anwohner... Aber irgendwie werden aktuell immer nur mehr Fronten aufgebaut und eine Kommunikation über diese Gräben hinweg ist kaum noch möglich. So kommen wir aber nirgendwohin...

vor 2 Stunden, flaffstar hat gesagt:

Zum Glück liegt die Entscheidung nicht beim Land, die sind gerade damit beschäftigt Mountainbikes in Wäldern zu verbieten. Da würde n Abriss von nem Wald sicher direkt abgelehnt werden 😂

Das habe ich heute morgen auch im Radio gehört. Immer wenn man denkt, es wird nicht kurioser, kommt ein Politiker mit einer "Idee" um die Ecke...🙈

Bearbeitet von Peppy (Bearbeitungshistorie anzeigen)

vor 4 Minuten, Peppy hat gesagt:

Das habe ich heute morgen auch im Radio gehört. Immer wenn man denkt, es wird nicht kurioser, kommt ein Politiker mit einer "Idee" um die Ecke...🙈

Ja und das in Zeiten einer strauchelnden Gesamtwirtschaft, ich verstehe einfach nicht, wieso der Fokus in solchen Zeiten auf so unnötige Dinge gelagert wird. Scheinbar hat man keine Lust mehr sich mit den wirklichen Problemen zu beschäftigen. 😅

Bearbeitet von TheDarkKyll (Bearbeitungshistorie anzeigen)

Weil man die "wirklichen" Probleme ja offensichtlich nicht gelöst bekommt. Weil das ja bedeuten könnte, dass Wähler sich auch mal von einem abwenden, wenn man eine Entscheidung trifft.

Dann eben lieber Entscheidungen mit symbolischer Schlagkraft. Tut den Gegner nicht genug weh und die Befürworter fühlen sich gebauchpinselt.

Habe mir nun auch die Ratssitzung angehört und möchte eben noch drei Dinge hervorheben, die dort gesagt wurden und die ich interessant finde.

Zunächst fand ich eine Aussage des Brühler Bürgermeisters Marc Prokop sehr interessant (TC: 20:41, Direktlink):

Da hier im Forum ja auch schon an anderer Stelle argumentiert wurde, dass das Phantasialand verglichen mit anderen Unternehmen aus Brühl anteilig gar keinen so großen steuerlichen Anteil ausmachen würde. Dem widerspricht Herr Prokop, er sagt:

"Wir sind in einer [...] außergewöhnlich prekären finanziellen Situation in der Stadt und wir haben nur noch wenige Gewerbesteuerzahler, die das, was wir hier in der Stadt und was uns Lebenswert und Liebenswert macht, finanzieren außerhalb derjenigen, die Grundsteuern zahlen. Und da gehört das Phantasialand schon deutlich zu den größeren."

Daraus lässt sich die Behauptung, dass der Park finanziell gar nicht soo wichtig für Brühl ist, definitiv widerlegen. Am Ende des Tages ist Geld immer ein sehr entscheidender Faktor, weshalb ich aus dieser Aussage außerdem herauslese, dass mindestens der Bürgermeister zumindest aus finanzieller Sicht eine Erweiterung definitiv begrüßen würde.

Als Zweites fand ich den Aspekt einer Dame sehr interessant, der in der Debatte aus offensichtlichen Gründen (Privatbesitz) wenig thematisiert wird, aber dennoch ein paar Gedanken wert ist (TC: 37:37, Direktlink & TC: 39:49, Direktlink):

Sie spricht die Situation mit den Parkplätzen an:

"Meine Lösung wären Tiefgaragen. Man müsste vielleicht den Pächter mal zwingen und nicht nur die Bevölkerung von Brühl."

&

"Also, also wie gesagt, meine Lösung war schon immer Tiefgaragen oder Parkhäuser. [...] Je nachdem, was für den Pächter billiger ist."

Sie spielt glaube ich auf die Parkplatzsituation an und schlägt vor, durch Tiefgaragen auf dieser Fläche die aktuelle Parkplatzfläche freizugeben und diese dann als Erweiterungsfläche zu nutzen. Da man dem Verpächter natürlich nicht vorschreiben kann, was er mit seiner Fläche tun soll, und da es für ihn aktuell lukrativer ja nicht laufen könnte, ist dieser Lösungsvorschlag schnell am Ende. Dennoch schien mir durch die Reaktion des Bürgermeisters, als hätte er diesen Punkt nicht recht verstanden (vielleicht liege ich hier aber auch falsch), jedenfalls hätte ich mir hier oder generell eine genauere Aussage diesbezüglich gewünscht, ob man denn als Stadt auch schon an den Verpächter der Parkplätze herangetreten ist, um ihn möglicherweise doch zu einem Umdenken zu bewegen. Wenn dies schon geschehen ist, und er nicht mit sich verhandeln lässt, ist das eben so, könnte man an der Stelle aber auch einmal öffentlich kommunizieren.

Und als drittes fand ich die Erzählung eines selbst ernannten Zeitzeugens wirklich äußerst spannend (TC: 40:14, Direktlink):

Würde jedem hier mal empfehlen, an der Stelle mal reinzuhören, da er das ganze, wie es überhaupt erst zu der aktuellen Situation kommen konnte, recht anschaulich und interessant einordnet. Und der kleine Plot-Twist am Ende :D

vor 14 Minuten, Calotan hat gesagt:

Und als drittes fand ich die Erzählung eines selbst ernannten Zeitzeugens wirklich äußerst spannend (TC: 40:14, Direktlink):

Würde jedem hier mal empfehlen, an der Stelle mal reinzuhören, da er das ganze, wie es überhaupt erst zu der aktuellen Situation kommen konnte, recht anschaulich und interessant einordnet. Und der kleine Plot-Twist am Ende ✡️

Was heißt selbst ernannt? Er scheint ja wirklich Zeitzeuge zu sein als Sohn eines ehemaligen SPD-Mitglieds des damaligen Ortvorstands.

Ich find das schön, wie der zwischendurch frei auf Platt redet. Mein Lieblingszitat:
"Der sogenannte Eisvogel ist ein Einflieger, der lebt da gar nicht. Ich kann Ihnen sagen, wo der Eisvogel brütet, werd' ich ihnen aber nicht sagen, da sollen sie gar nicht hingehen." 😂

vor 21 Minuten, Calotan hat gesagt:

"Meine Lösung wären Tiefgaragen. Man müsste vielleicht den Pächter mal zwingen und nicht nur die Bevölkerung von Brühl."

So ein Tiefgaragenstellplatz ist eben auch nicht gerade kostengünstig. Laut Google liegen die Kosten zwischen 15.000 bis 50.000 Euro pro Stellplatz:
image.png

Noch dazu stelle ich mir das ganze planerisch auch recht schwierig vor, es müsste bereits beim Bau der Tiefgarage komplett berücksichtigt werden, was an Gebäuden und Attraktionen oberhalb im Park dann entstehen würden. Sobald die Tiefgarage ein mal gebaut ist, wird es im Nachgang nur schwer möglich sein, in 20 Jahren irgendwo neue Gebäude zu errichten. 🤔

vor 1 Stunde, Calotan hat gesagt:

Würde jedem hier mal empfehlen, an der Stelle mal reinzuhören, da er das ganze, wie es überhaupt erst zu der aktuellen Situation kommen konnte, recht anschaulich und interessant einordnet. Und der kleine Plot-Twist am Ende :D

Muss man sich die ganzen 4 Stunden geben oder gibts auch ein vorzeitiges Ende?

vor 30 Minuten, Alax hat gesagt:

Muss man sich die ganzen 4 Stunden geben oder gibts auch ein vorzeitiges Ende?

Es geht um den Zeitzeugen, der damals bei der Entstehung des Standorts Phantasialand aus erster Hand berichtet. Das geht ab Minute 40 ungefähr 4 Minuten lang.

Auch von mir meinen Respekt an alle, die sich die gesamten 4 Stunden reingezogen haben. 😅

vor 28 Minuten, Alax hat gesagt:

Muss man sich die ganzen 4 Stunden geben oder gibts auch ein vorzeitiges Ende?

Der relevante Teil geht nur eine Stunde, startet hier ab 15:42.

vor 1 Stunde, TheDarkKyll hat gesagt:

Was heißt selbst ernannt? Er scheint ja wirklich Zeitzeuge zu sein als Sohn eines ehemaligen SPD-Mitglieds des damaligen Ortvorstands.

Ich kann seine Aussage nicht belegen, deshalb gebe ich das hier nicht als Fakt wieder. Ich meine das nicht böse, aber ich kenne den Herrn eben nicht und kann es deshalb nicht überprüfen.

vor 1 Stunde, TheDarkKyll hat gesagt:

komplett berücksichtigt werden, was an Gebäuden und Attraktionen oberhalb im Park dann entstehen würden.

Das stimmt, aber man kann ganze Wohnviertel auf Tiefgaragen bauen. Also ein Ding der Unmöglichkeit ist es definitiv nicht. Und klar, es ist ein riesen Investment, aber es kommt eben darauf an, auf wie hoch man den Klimaschutz bzw. den ökologischen Mehrwert der Waldfläche bepreist. Man muss alles in seinem Verhältnis sehen. Bei einem ergebnisoffenen Verfahren auf der Suche nach einer Lösung des Problems sollten einfach alle nur irgendwie denkbaren Optionen auf den Tisch gelegt und geprüft werden.

Puh! Die "Fragestunde" .... Respekt an den Bürgermeister, der da so ruhig geblieben ist und selbst die dümmsten Fragen mit Ruhe beantwortet hat.

Was tatsächlich fehlt, ist eine Gesamtbetrachtung: was bringt die Zukunft? Mit Erweiterung: mehr Steuereinnahmen, damit kann der Kindergartenbeitrag gesenkt werden, die Schulturnhalle saniert werden, ein Senioren-Lesekreis,.... also was haben die Bürger konkret davon. Und in Bezug auf Umwelt: neue Fläche ist X-fach größer, schafft eine zusammenhängende Fläche auf der sich der Mustervogel ansiedeln kann und das Beispielchen ein Nest bauen kann. Und Verkehrskonzept: mit Erweiterung kann die Verkerssituation im Sinne von Brühl gelöst werden, ... weniger Verkehr in der Innenstadt.

Diese Gesamtbetrachtung ist in der Debatte ziemlich untergegangen, ist aber wichtig um die Konsequenzen der Entscheidung richtig einordnen zu können.

Am 20.5.2026 um 12:22, TheDarkKyll hat gesagt:

Die Frage, die ich mir persönlich stelle, ist eine solche Entscheidung vom Umfang her nicht eher sogar auf Länderebene zu treffen? Also ist in dem Fall nicht die Entscheidung des entsprechenden Bundeslandes weisungsgebunden?

Nein.

Das Aufstellen von Bebauungsplänen ist eine kommunale Angelegenheit. Die Landesregierung oder der Landtag haben keine Befugnis, anstelle einer Kommune solche Entscheidungen zu treffen. Dieses Prinzip nennt sich kommunale Selbstverwaltung und hat Verfassungsrang (Art. 28 II GG).

Die Landesbauordnung NRW - entgegen ihrem Namen keine Rechtsverordnung, sondern ein Gesetz - könnte vom Landtag um einen § X ergänzt werden, in dem die Erweiterung des PhL gesetzlich verankert wird. Eine solche Norm verstieße jedoch wiederum gegen ein Verfassungsprinzip, nämlich das Einzelfallgesetzverbot (Art. 19 I GG).

Jeder zurechnungsfähige Verwaltungsrichter wird eine Entscheidung auf einer solchen Grundlage an den Verfassungsgerichtshof faxen und der Fall ist erledigt.

Bei aller Liebe zum PhL sollten wir doch versuchen, dass sich unsere Ideen im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung bewegen 😆

Erst einmal finde ich sehr löblich, dass die Stadtratssitzung in diesem Maße öffentlich und absolut transparent anhörbar ist. Herr Dr. Marc Prokop führt absolut souverän und nachvollziehbar durch die Fragerunde und die (teilweise doch ziemlich hitzige) Diskussion. Es kommen viele verschiedene Meinungen zu Wort - aus teils völlig verschiedenen Lager.

Zum Einen wird die Verkehrssituation bemängelt, im anderen Zuge ein anderer Ort für die Vorhaben (ähnlich Rulantica) vorgeschlagen, was wiederum zu mehr Verkehr in Brühl führen würde.

Zum Einen wird Natur- und Artenschutz eingefordert, ohne das Argument einer größeren Ausweichfläche mit einer möglichen Umsiedlung zuzulassen.

Zum Einen wird darauf geachtet, dass die Stadt Brühl die Gutachten nicht zahlt, zum Anderen sieht man eine Befangenheit beim Gutachter, wenn das Phantasialand diese in Auftrag gibt.

Faktisch gesehen ist die Ausgleichsfläche größer, als das vorhandene Naturschutzgebiet. Auch teilt Prokop mit, dass das Phantasialand durch die Gewerbe- und Bettensteuer direkt und indirekt zu hohen Teilen Gelder in die Stadtkasse spülen. Dies führt dazu, dass die Stadt Brühl eine höhere Liquidität hat, was zwangsläufig eine höhere Lebensqualität für die Bürger zur Folge haben könnte.

Schade, dass hier so gemauert wird.

Nicht alleine durch Bürgerinitiativen, Naturschutzverbunden, Artenschützer, "besorgte" Bürger, Anwohner. Leider in meinen Augen auch etwas durch die fehlende Aufklärung oder Transparenz über das Vorhaben.

Allgemein scheinen aber schlussendlich alle Redner, Fragenden, die Stadt Brühl und das PHL eine Frage zu beschäftigen - nämlich eine abschließende Planungssicherheit. Die erwünschte Planungssicherheit wird jedoch durch das Vertagen, Blockieren und das vorab ablehnende Verhalten leider nicht erzielt.

Ich habe mich schon sehr lange hier nicht mehr zu Wort gemeldet. So lange, dass ich nicht mehr weiß, mit welcher E-Mail-Adresse ich mich damals angemeldet und mich nun neu registriert habe. 😆

 

Das Erweiterungsverfahren läuft nun schon ca. 25 (!) Jahre. Und es ist klar, dass selbst bei grünem Licht im Brühler Rat noch viele weitere Jahre vergehen werden, bis überhaupt mal ein Bagger anrücken darf.

 

Jetzt kann man viel auf die Politik schimpfen, auf die Naturschützer, auf den bürokratischen Staatsapparat – und doch komme ich mittlerweile zu dem Schluss, dem Phantasialand mindestens mal eine Teilschuld an diesem langwierigen Verfahren zu geben.

 

Sich in ein Naturschutzgebiet erweitern zu wollen, gleicht wirklich einem Himmelfahrtskommando. Und selbst wenn man am Ende am Ziel angelangt, hat man viel verbrannte Erde hinterlassen und letztlich „nur“ eine kleine, fast schon bemitleidenswerte Lösung erhalten, ein kleines Stück Tümpel ohne weitere Perspektive auf zukünftige Erweiterungen, da vollständig eingeschlossen von Autobahn, Bundesstraße und dem eigenen Freizeitpark. Ist das ein erstrebenswertes Zukunftsszenario, das den 25-jährigen Aufwand (+ X) rechtfertigt?

 

Ich weiß, dass das Naturschutzgebiet nie zur ersten Wahl gehörte. Anfang der 2000er waren die Pläne in Richtung Wohngebiet / China- und Mystery-Parkplatz ausführlich begutachtet worden. Und dennoch ist aus meiner Sicht eine ganz entscheidende Option viel zu wenig betrachtet worden: Eine Erweiterungsfläche mit ein paar Kilometern Distanz zum Ursprungspark.

 

Ein Bürger hat am Montagabend in der Ratssitzung genau diesen Punkt aufgegriffen, aber keine Erklärung des Bürgermeisters erhalten: Warum muss die Erweiterungsfläche direkt an den bestehenden Park angrenzen? Es war ohnehin nie der Plan (zumindest nie kommuniziert worden), den bestehenden Park einfach nur zu vergrößern. Es ging immer um die betriebswirtschaftliche Idee, ein Zusatzangebot zu schaffen, um mehr Übernachtungen pro Kopf zu generieren. Hier war dann der Wasserpark ins Gespräch gebracht worden. Aber ob nun Wasserpark, Theaterhalle oder ein zweiter Themenpark mit separatem Eintrittspreis – für all diese Angebote braucht es keine direkte Grenze zum bestehenden Freizeitpark.

 

Ja, es ist ganz nett, wenn man als Hotelgast nur ein paar Meter von einem Park zum nächsten Angebot schlendern kann. Aber ist das heute noch der gelebte Standard? In den USA sind die Shuttlebusse oder Monorails, die die großen Distanzen zwischen den Parks überbrücken, nicht mehr wegzudenken. Und auch der Europa-Park hat nicht darauf gepocht, seinen Wasserpark direkt neben die hinterletzte Kurve von Wodan zu setzen. Stattdessen fahren auch hier Shuttlebusse und sorgen für eine nahtlose Verbindung.

 

Ohne es im Detail geprüft zu haben: Aber aus meiner Sicht hätte das Phantasialand sich sehr viel Ärger, sehr viele Jahre Verzögerung erspart und gleichzeitig sehr viel mehr Erweiterungsfläche (auch perspektivisch für die weiteren Jahrzehnte) sichern können, wenn sie wenige Kilometer weiter – außerhalb des Ville-Waldes – die Wiesen und Acker der Landwirte und Kommunen ins Visier genommen hätten. Klar, am Ende geht es auch ums Geld, aber es kann mir niemand sagen, dass die letzten 25 Jahre mit all den Gutachten, Prüfprozessen und letztlich der entgangenen Gewinne aufgrund des fehlenden Zusatzangebots (potenzieller Wasserpark o. ä.) kein teurer Spaß gewesen sind.

 

Und noch etwas wurde bei der Fragerunde mit den Bürgern deutlich: Die Brühler Bevölkerung ist einfach viel zu schlecht vom Phantasialand grundinformiert. Wo sind die Infostände vom Phantasialand? Wo sind die Flugblätter, die alle Details und Hintergründe aufzeigen? Wo wird die Flächennot auch einmal deutlich gemacht? Und erklärt, dass man die letzten Jahre wirklich probiert hat, ohne Expansion auszukommen (Abriss alt gegen neu) – und nicht einfach wie wild irgendwelche Naturschutzgebiete dem Erdboden gleichmachen möchte, um die Gier nach Wachstum zu stillen. Es geht doch vielmehr um eine Absicherung des Standorts, um mehr Qualität, längere Aufenthalte, weniger Tagesmassendruck. Das bedeutet dann auch weniger Verkehrsspitzen, weniger Tagesandrang und einfach höhere Wertschöpfung pro Gast (und damit auch ein längerer Aufenthalt in Brühl generell

 

Ich wünsche dem Park natürlich ein positives Ergebnis bei dieser ewigen Debatte. Aber ich hätte schon viel früher die Notbremse gezogen und mich um Alternativen gekümmert. Man hätte dabei auch perfekt die Umweltschützer mit ins Boot holen und in die Pflicht nehmen können, die ja immer betonen, sie würden dem Park eine Erweiterung gönnen – aber eben nicht ins Naturschutzgebiet. So hätte an anderer Stelle die Kompromissbereitschaft vielleicht ganz anders ausgesehen und eine Genehmigung deutlich beschleunigt werden können.

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